AventuraSur
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Wieder daheim

Freitag, 28. Februar 2014

Es ist vorbei. Nach 28 Stunden Reisezeit von Bógota bis Stuttgart, davon lange Wartezeiten in Caracas und Frankfurt, sind wir wieder wohlbehalten daheim angekommen. Wehmut ist viel dabei, aber wir haben auch so viel gesehen und gemacht, dass unsere Reise wirklich eine runde Sache war und wir jetzt fast ein wenig Erholung brauchen von all den Eindrücken. Wir möchten uns jetzt nur noch ganz herzlich bedanken bei Euch allen, die uns auf dieser kleinen Seite begleitet haben, von Jüterbog über Ingolstadt und das Schwabenland bis ins ferne Asien. Vor allem über jeden einzelnen Eintrag in unserem Gästebuch haben wir uns unglaublich gefreut. Jetzt hoffen wir Euch alle demnächst mal wieder persönlich zu sehen!

 

Michi und Constanze

Hasta luego, America del Sur...

Dienstag, 25. Februar 2014

Die letzten Biere in Bógota sind getrunken, die letzte Busfahrt vorbei und das letzte Hotelzimmer bezogen. Morgen geht's nach Hause, mit lachendem und weinendem Auge. Wir hoffen nun noch auf ein unkomplizierte Durchreise in Caracas. Melden uns von daheim...

Drei Tage Paradies

Sonntag, 23. Februar 2014
Der letzte Teil unserer langen Reise besteht aus der Erkundung der kolumbianischen Karibikküste. Die Busfahrt hierher dauerte über zehn Stunden. Dann erreichten wir Santa Marta, die wohlgemerkt älteste Stadt Südamerikas, und von dort per Taxi das Nest Taganga - unsere erste Station in der Karibik. Nach Taganga kommen Leute aus zwei möglichen Gründen: entweder zum Tauchen oder zum Freundschaftsbändchen knüpfen. Und weil die Handarbeit mit abendlichem Rumhängen auf der Straße zu Verkaufszwecken und Rastalockenschaulauf nicht ganz unser Ding ist, könnt Ihr euch denken was wir dort gemacht haben. Nämlich zwei gemütliche Korallenrifftauchgänge. Einen Tag später aber ließen wir die Hippies wieder unter sich und setzten die Tour fort entlang des Tayrona Nationalparks an der Küste. Weil es dem Ende zugeht mit unserer Reise, hatten wir beschlossen drei Tage an dem Ort zu verbringen, der laut unserem Lonely Planet der "möglicherweise schönste Kolumbiens" ist. Es handelt sich um eine Finca, die am Ostende des Tayrona Nationalparks genau an einem Flussdelta auf eine Klippe gebaut wurde. Der architektonisch einmalige Bau hat gerademal vier Zimmer zu vermieten und in denen gibt es nicht viel mehr als ein Bett, ein Regal und eine Wäscheleine. Aber das besondere: Zum Meer hin gibt es auch keine Wand. Die Wellen klatschen praktisch unter dem Boden ans Ufer. Der Lonely Planet hatte mal wieder nicht zu viel versprochen. Die Finca war wie ein Ort aus einer anderen Welt. Den ersten Tag dort vergammelten wir mit Bier, Wein, Buch, Meer, Fluss und Kreuzworträtseln. Am zweiten entschieden wir uns doch noch den Tayrona Nationalpark zu besuchen. Die Attraktionen des Parks sind im wesentlichen Strände, weshalb wir lange überlegt hatten nicht einfach auch den zweiten Tag an der wunderschönen Finca zu verbringen. Aber der Entdeckerdrang siegte und wir schlappten doch nochmal fast fünf Stunden durch Küstenregenwald, Sand und Palmenhaine. Am Ende waren wir froh die Tour gemacht zu haben, denn die Strandkulissen im Tayrona Nationalpark sind verdammt spektakulär und mit die schönsten, die wir bisher gesehen haben. Ob man mit Wellenrauschen aber wirklich gut schläft, berichten wir daheim...
(Bilder siehe Galerie).

Kolumbien im Wasser, in der Luft und auf vier Hufen

Montag, 17. Februar 2014

San Gil, 400 Kilometer nordöstlich von Bógota, gilt als Outdoor- und Abenteuerhauptstadt Kolumbiens. Und weil es auf unserem Weg nach Norden lag, haben wir drei Tage dort verbracht, um zu sehen inwieweit San Gil seinem Ruf gerecht wird. Wir fingen mit Rafting an auf San Gils Hausfluss Rio Fonce. Allerdings ist der nach einem Monat ohne Regen ziemlich friedlich unterwegs, weshalb es nicht ganz zu dem aufregenden Wildwassererlebnis wurde, was wir uns erhofft hatten. Es war eher ein schöner Ausflug mit wenigen wilden Strudeln und viel Reinhopsen. Und weil wir dann am Nachmittag nichts vorhatten, waren wir spontan noch paragliden. Das findet hier in der Version statt, bei der man nicht direkt nach unten schwebt, sondern von einem windigen Bergli nach oben geweht wird, um am Ende auch dort wieder zu landen. Ein tolles Erlebnis, vor allem wenn man - wie Michi- ein paar mehr Drehungen aushält als ich :-). Gestern war noch eine Mountainbiketour geplant, die aber ausfiel. Die Alternative soll ich ja eigentlich nicht verraten um Kommentare von daheim zu vermeiden, aber wir waren reiten im Kaffee- und Zuckerrohrhochland um San Gil. Das war nicht gerade adrenalingeladen, aber landschaftlich sehr schön, mit recht mobilen Pferden und Einblick in das Leben der Bauern dort weit ab von Städten und asphaltierten Straßen, aber immer mit genügend kaltem Bier im Kühlschrank...

Bilder siehe Galerie.

Nahrungsaufnahme in Kolumbien

Wenn man schlicht kolumbianisch essen geht, gibt es meist ein Stück Fleisch (für uns in der Regel Huhn) mit Beilagen, die mehr oder weniger dabei helfen dass das Fleisch gut rutscht: Gedämpfte Yuccawurzel, Patacones (zerdrückte und fritierte Kochbananen), Arepa (ein geschmacksarmer Maisfladen) und Reis (wenn auch nicht in ganz so überbordenden Mengen wie in den Nachbarländern). Wenn man Pizza oder Burger essen möchte, zahlt man meist deutlich drauf für schlechteres Essen. Vor allem Pizza werden wir in diesem Land nach Erlebnissen mit tonnenweise Käse, tonnenweise Teig und diversen Früchten keine weitere Chance geben. Hier ein paar kulinarische Erlebnisse der letzten Tage vom Bananensplit über Gummikäse mit Sirup zum Highlight: Einem angeblichen 300-Gramm-Steak perfekter Bratdauer, das nach unserer Schätzung kein Gramm weniger als ein Pfund gewogen hat. 

Kolumbiens Hochland

Donnerstag, 13. Februar 2014
Nachdem unser Plan nun darin besteht, uns in mehreren Etappen zum Meer hochzuarbeiten, landeten wir bisher in den Orten Villa de Leyva und Sogamoso. Nie gehört? Macht nix. Unsere Reise durch Kolumbien hat diverse Ziele im Programm, von denen wir selber vor einen Woche noch nichts gehört hatten. Die genannten Orte liegen in den Departamentos Boyacá und Santander, vier Busstunden entfernt von Bógota.
Villa de Leyva ist ein in Kolumbien sehr bekannter Ort. Das 9.000-Einwohner-Städtchen gilt als eine der schönsten Kolonialstädte des Landes und die Straßen mit weiß getünchten Häusern, grobem Kopfsteinpflaster, bunten Balkonen, viel Holz und vielen Blumen lassen das uneingeschränkt glauben. Am Wochenende fallen Kurzurlauber aus Bógota ein, jetzt unter der Woche war es aber eher verpennt, touristenarm und entspannt.
Die nächste Station, Sogamoso, taucht bisher wenig auf dem Radar vor allem internationaler Touristen auf. Kein Wunder, denn noch vor 15 Jahren lieferten sich in manchen Dörfern der Region Guerrillas und Militärs heftige Gefechte. Seit einigen Jahren aber herrscht Ruhe. In Sogamoso leben eine halbe Million Menschen, die Stadt selber hat jedoch überhaupt keine Sehenswürdigkeiten. Man kommt her, um die Umgebung zu erkunden. Zum Beispiel den höchsten und größten See Kolumbiens, den Lago de Tota (kleiner als der Zürichsee). Oder das Páramo, eine andentypische Vegatationszone zwischen 3.500 und 4.500 Metern. Heute kann man das angstfrei tun. Das Páramo haben wir heute wandernderweise  erkundet, ungeplant schon wieder mal mit über tausend zurückgelegten Höhenmetern. Nun ist es für diese Reise endgültig gut mit der Latscherei :-). Bilder wieder siehe Galerie...

Bógota

Montag, 10. Februar 2014

Wir sind in Kolumbien an-gekommen, in Bógota. Mehr als einen kleinen Eindruck von einer Stadt kann man in zwei Tagen kaum erhalten. Aber auf jeden Fall wirkt Bógota lange nicht so chaotisch und staubig wie Lima, eher in einer Welt zwischen Aufbruch und Kolonialgeschichte wie Quito. Immerhin fast acht Millionen Menschen leben hier auf 2.600 Metern Höhe. Wir haben die Altstadt (La Candelaria) durchschlappt, um dann wohlverdient im etwas nobleren Ausgehviertel Zona Rosa für ein paar Frischgezapfte bei der Bógota Beer Company hängen zu bleiben - einer kleinen Brauerei, die nach belgischem, deutschem, irischem und tschechischem Vorbild feine Tränke braut... Bilder gibt's wieder in der Galerie.

Schön war's mit euch!

Sonntag, 09. Februar 2014

Gestern Abend in einer ruhigen Stadt namens Bahia de Caraquez an einem noch ruhigeren Busbahnhof war es soweit: Zwei von uns stiegen in einen Bus nach Guayaquil, um nach Kolumbien weiterzureisen und die anderen drei kletterten in einen Bus nach Quito, um von dort die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Wir hoffen Ihr kommt gut daheim an und freuen uns schon auf den ersten Erinnerungsabend!

 

Hier noch die Highlights unserer gemeinsamen Zeit, die wir gestern Abend gesammelt haben:

 

Für Janine:

Rio gesamt mit Zuckerhut, Jesus und den verrückten Busfahrten
Die Iguassu-Wasserfälle

Die Hochebene rund um den Cotopaxi

Die Dschungeltour

Die bunten Meerechsen auf Galapagos

 

Für Andy:

Der Strand Punta del Diablo 

Rio gesamt und Silvester insbesondere

Die Dschungeltour

Die Iguassu-Wasserfälle

Galapagos insgesamt

Der Inkatrail mit Machu Picchu und Geburtstagstorte

 

Für Markus:

Rio, vor allem der Besuch beim Jesus am Geburtstag

Der Inkatrail mit allen seinen Stufen

Die Dschungeltour, vor allem mit Markus' Hand im Ameisenhaufen

Schnorcheln auf Galapagos mit Hai-Begegnung

Der Strand Punta del Diablo 

Die Iguassu-Wasserfälle

 

Für Michi:

Die Aussicht vom Gipfel des Cotopaxi

Der Inkatrail und Machu Picchu, vor allem der Blick vom Wayna Picchu

Silvester in Rio mit Mega-Feuerwerk

Schnorcheln auf Galapagos mit Hai und Seelöwen

Das Panorama von Rio vom Zuckerhut aus

 

Für Constanze:

Die Aussicht vom Gipfel des Cotopaxi

Tauchen auf Galapagos mit Hammerhaien

Der Inkatrail, vor allem die Aussicht am Morgen des 3. Tages

Rio gesamt und Silvester insbesondere

Galapagos gesamt

Die Dschungeltour

Hasta luego, Ecuador

Sonntag, 09. Februar 2014
Ecuador haben wir intensiver bereist als die Länder zuvor und vom Dschungel über die Vulkane, über Quito, Galapagos und schließlich die Pazifikküste einen guten Überblick von diesem kleinen aber unglaublich vielfältigen Land bekommen. Schon bei der Ankunft am Flughafen in Quito hat man einen ganz anderen Eindruck als im chaotischen Lima. Der komplette Flughafen ist neu, alle Zufahrtsstraßen sind neu. Überall in der Stadt wird gebaut und renoviert. Man hat das Gefühl dass vieles in Bewegung ist. Zu bereisen ist es wunderbar einfach, die touristischen Infrastruktur funktioniert super und sogar sämtliche Busse fuhren pünktlich :-). Insgesamt gefiel mir Ecuador einschließlicher der Eindrücke meiner letzten Reise vor vier Jahren besser als seine Nachbarn Peru und Bolivien. Also wer grade ein Reiseziel sucht, kann mal ins Video zur Tourismuskampagne Ecuadors reinschauen: https://www.youtube.com/watch?v=dsP26G7afqo

Galapagos für Nicht-Taucher

Dienstag, 04. Februar 2014

Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, die anderen hätten sich gelangweilt während ich mich unter Wasser rumgetrieben habe. Ich hab in der Zwischenzeit perfekte Strände verpasst, glasklares Wasser mit Felsen zum Reinhopsen, Lavatunnel, Fotoshootings mit Riesenschildkröten und zutrauliche Seelöwen beim Schnorcheln.

Best dive ever!

Sonntag, 02. Februar 2014
An genau zwei Orten auf der Welt kommt es vor, dass sich Hammerhaie zu großen Schulen versammeln und durch das blaue Wasser ziehen: Die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Insel Isla de Coco im Pazifik und der bekanntermaßen ebenfalls im Pazifik liegende Galapagos-Archipel. Manche Leser werden wissen, dass Bilder dieser Haie schon vor fünfzehn Jahren meine Zimmerwände zierten. Und als die Entscheidung fiel, nach Galapagos zu fliegen, war mir natürlich klar, dass ich es nicht aushalten würde hier nicht zu tauchen.
In Puerto Ayora sind die Hammerhaie und die Taucherei denn auch wirklich allgegenwärtig. Überall gibt es Tauchshops, Fotos, T-Shirts. Der Januar und Februar ist außerdem die Zeit der Hammerhaie. Das Meer ist ruhig, die Strömung gering. Und heute war es für mich soweit an einem der besten Tauchplätze der Welt, den Gordon Rocks vor der Insel Santa Cruz, zu tauchen. Und ich muss echt sagen: sowas konnte ich mir gar nicht vorstellen! Hammerhaie, Weißspitzenhaie, Adlerrochen, Meeresschildkröten, sogar Mantarochen. Überall und ständig. Es vergehen kaum mal zwei Minuten, in denen es nix zu sehen gibt, wo man anderso auf der Welt eine Woche lang tauchen würde bis man sowas sieht. In Galapagos funktioniert die Natur noch wie selten auf der Erde, im Wasser noch mehr als an Land. Ich hoffe dass es noch sehr lange so bleibt. 

Galapagos

Sonntag, 02. Februar 2014
Galapagos war eigentlich gar nicht Teil unseres Reiseplans. Viel zu teuer sei das, hieß es immer. Teuer ist richtig. Aber die Angaben schwärmender Holländer im Dschungel waren dann doch weit unter dem was alle Reiseführer ankündigten. Eben diese Schwärmereien waren dann auch Grund für diverse Überlegungen und schließlich den Entschluss doch nach Galapagos zu fliegen. Und... ich glaube nicht dass es jemand bereuen wird :-). 
Die Inseln liegen anderthalb Flugstunden entfernt von Guayaquil auf dem ecuadorianischen Festland. Die meisten Reisenden klappern per Schiff (mehr oder weniger luxoriös) verschiedene Inseln ab. Unsere günstigere Version aber besteht aus einem Hotel in Puerto Ayora, dem Hauptkaff auf der Hauptinsel Santa Cruz, und diversen Tagesausflügen. 
Um die Inseln und deren Innland wirklich kennen zu lernen, bräuchte es deutlich mehr Zeit als unsere sechs Tage. Aber immerhin haben wir auf den Inseln Santa Cruz, Isabela (der größten des Archipels) und Floreana schon jede Menge gesehen wofür Galapagos berühmt ist: Riesenschildköten, Meeresechsen, Blaufußtölpel, Pinguine. Es hieß in Cuyabeno, dass man dort im Dschungel die Tiere suchen muss - auf Galapagos suchen einen die Tiere. Und das ist wahr. Seelöwen liegen überall faul auf Booten und Bänken in der Sonne, die Echsen kennen keine Scheu, Delfine hopsen hinter dem Boot her und am Abend schwimmen im Puerto Ayora Babyhaie um den Pier. Hier ist es wirklich wie Urlaub vom Urlaub. Eine andere Welt, ganz anders als das restliche Ecuador. Wer mal die Chance hat, hierher zu kommen, sollte sie nutzen!
(Bilder gibt's wieder in der Galerie)

Naturreservat Cuyabeno

Dienstag, 28. Januar 2014

Das Cuyabeno-Reservat ist nach dem Yasuní Ecuadors größtes Regenwaldschutzgebiet. Es liegt im östlichsten Zipfel Ecuadors in Richtung der Grenzgebiete zu Kolumbien und Peru. Benannt ist das Reservat nach dem Fluss Cuyabeno, der über einen weiteren Zwischenfluss (Name vergessen) in den Rio Napo fließt und schließlich in den Amazonas. Hinzukommen erforderte sieben Stunden Nachtbusfahrt von Quito nach Lago Agrio (einschließlich Militärkontrolle um 4 Uhr am Morgen), drei Stunden Rumsitzen im sehr uncharmanten Ölkaff Lago Agrio, zwei weitere Stunden Busfahrt und dann noch zwei Stunden Fahrt auf dem Cuyabeno im motorisierten Kanu. Ziel war eine der elf Lodges im Cuyabeno-Reservat, die Guacamayo Lodge (benannt nach den blau-gelben Aras).

 

Die Lodge war einfach, aber trotzdem eigentlich ziemlich komfortabel. Es gibt eine Handvoll Häuser aus Holz und Stroh, ein eigenes Bad für jedes Zimmer (ohne warmes Wasser), drei Mahlzeiten am Tag, viele Hängematten, Strom vom Generator und von Solarpanelen für Licht und zum Kamera laden, jederzeit gereinigtes Wasser und Tee und einen Vogelaussichtsturm.

 

Die Tage waren dann gefüllt mit allerlei Aktivität, um möglichst viele Tiere zu sehen: Tagwanderung, Nachtwanderung, Kanufahrten, Paddelbootfahrt, Anakonda-Wattwanderung im Schlamm. Außerdem gab es einen Besuch bei einer einheimischen Community, die aber nicht ganz so der Wahnsinn war. Wir mussten ein "Brot" aus Yucca backen (@Mutti: eine Wurzel reiben und dann in die Pfanne hauen, mit Ei, Öl und Salz wär’s praktisch ein Dätscher) und haben noch einen Schamanen im Nachthemd besucht. Immerhin hat Michi dort als erster per Blasrohr eine Papaya erlegt und sich so ein Bier erjagt.

Überhaupt gab es jede Menge gefährliche Abenteuer: Beispielsweise wohnten in der Lodge so einige Taranteln und riesige Frösche (bevorzugt bei Andy und Janine im Bad). Ich wäre fast im Schlamm stecken geblieben. Und Michi ist ein Kamikaze-Fisch an den Kopf gesprungen!

 

Hier noch eine Auswahl unserer Tiersichtungsbilanz: 6 Arten Affen, Flussdelfine, jede Menge Kaimane (bis zu 4 Meter lang), 3 Schlangen (einschließlich Baby-Anakonda), marschierende Wespen, gelb-blaue Aras, Tucane, ein Maustier und ein Meerschweinchentier, unzählige Fledermäuse und ein halber Riesenwels (R.I.P.).

Beweisfotos siehe Galerie. 

Ab in den Dschungel!

Mittwoch, 22. Januar 2014

Wir verabschieden uns dann mal für die nächsten fünf Tage in den Amazonas und hoffen auf viele Begegnungen mit Tucanen, Anakondas, Faultieren, Piranhas, Flussdelfinen, Kaimanen und wenige Moskitos :-).

5.897 Meter - Der Cotopaxi

Der Krater des Cotopaxi

Dienstag, 21. Januar 2014

Ecuadors zweithöchster Berg, der Cotopaxi, hat echt eine faszinierende Anziehungskraft. Ein aktiver Vulkan, freistehender perfekter Kegel mit Schnee drauf. Die Idee ob man das nicht schaffen könnte, den zu besteigen, ging Michi und mir schon während der Reisevorbereitungen nicht aus dem Schädel. Die Zeit in Cusco, der Inkatrail und dann auch Quito mit über 2.800 Metern schien uns als ideale Voraussetzung uns an die Höhe zu gewöhnen. Und mit dem guten Eindruck der Agentur Andestrek in Quito machten wir die dreitägige Tour dann klar, die uns auf den 5.897 Meter hohen Gipfel bringen sollte.

 

Tag 1 bestand auch nochmal aus Akklimatisierung. Als „Übungsberg“ präsentierte uns die Agentur den Iliniza Norte, einen 5.120 Meter hohen Berg. Gustavo, unser Guide, wählte die supersteile direkte Route auf den Berg, die normalerweise für den schnellen Abstieg dient, aber laut Gustavo den Bedingungen auf dem Cotopaxi ähnelt und als ideale Vorbereitung herhält. Haben die fünf Stunden Aufstieg Spaß gemacht? Ganz ehrlich – nö! J Das lag vor allem am  Mistwetter mit Dauernebel, kaltem Wind und Graupel. Die Aussicht lag praktisch bei null. Aber es was beruhigend dass keiner von uns irgendwelche Kopfschmerzen oder sonstige Höhenkrankheitssymptome bekam und wir immerhin dann schon einen 5.000er in der Tasche hatten. Es gab eine schöne Übernachtung in einem verpennten Kuhkaff (im wahrsten Sinne) namens Chaupi, das nur von der Landwirtschaft lebt und wo überall Pferde und Kühe (ja, so richtige schwarzweiße) rumstehen.

 

Der zweite Tag bestand aus Ausschlafen, gemütlicher Anfahrt zum Cotopaxi, Besuch des kleinen Cotopaxi-Museums und der Cotopaxi-Lagune. Wie die meisten Vulkane ist der Cotopaxi recht schüchtern und obwohl er die ganze Zeit schon in der Nähe gewesen war, war er immer vollständig in Wolken gehüllt gewesen. Für unseren geplanten Aufstieg machte das nicht gerade Mut. Aber just an der Lagune riss es plötzlich auf und da stand er dann, dieser Riesenklotz von Vulkan. Wirklich beeindruckend! Wir stiegen dann noch ein Stündchen zur Hütte auf bis auf etwa 4.800 Meter, wo uns Gustavo noch bisl was zu Steigeisen und Eispickel zeigte (dann wieder im Graupel und Hagel) und es Abendessen gab. Um 19 Uhr ging’s ins Bett.

 

Und dann war es soweit. Nach drei so gut wie schlaflosen Stunden klingelte schon wieder der Wecker. 22 Uhr. Dann gab’s noch einen Tee, eine Scheibe Toastbrot und um kurz nach 23 Uhr begannen wir den Aufstieg – unter sternenklarem Himmel mit den Lichtern von Quito in der Ferne, die uns während des ganzen Weges begleiten sollten. Den Aufstieg teilen die Bergführer in fünf Teile: Teil 1 ist der Weg bis zum Gletscher, der in etwa einer Stunde erledigt ist. Dann werden die Steigeisen angeschnallt und nur noch im Pinguin-Style auf Eis und Schnee gelaufen. Teil 2 ist der erste, noch humane Teil des Gletschers. Und dann kommt Teil 3, den die Bergführer „Rompecorazones“, zu übersetzen mit „Herzzerstörer“, nennen. Dort wird’s richtig steil. Dort entscheidet sich für viele ob sie abbrechen oder weiter aufsteigen. Übrigens kommen nur etwa 50% der Leute, die es versuchen, auch oben an. Für uns war’s auch grenzwertig, aber wir machten weiter. Teil 4 ging wieder besser, auch wenn sich dieser Teil 2 Stunden hinzog. Und als wir dann dachten, dass der letzte Teil nicht mehr so tragisch sein kann, wurde es nochmal megasteil und die letzten anderthalb Stunden brachten uns echt an unsere Grenzen. Zwar gab es wieder keine Anzeichen von Höhenkrankheit aber es war einfach irre anstrengend, steil und dünnluftig.

Aber dann war es fast halb sieben und es ging endlich nicht mehr weiter nach oben und die Sonne ging auf, tauchte den Schnee in goldenes Licht und gab eine unglaubliche Fernsicht frei auf alle Andenberge Ecuadors in alle Richtungen, die überall aus dem Wolkenmeer auftauchten. Das war der Wahnsinn und am Ende doch alle Strapazen wert.

Am Ende des Abstiegs trafen wir übrigens unsere drei Mitreisenden wieder, die den Cotopaxi als Tour mit Mountainbikefahrt besuchten. Eine echt schöne Überraschung...

 

Mehr Bilder gibt’s wieder in der Galerie.

Geburtstagskind Teil 2: Andy wird 28!

Rückblick auf Freitag, 10.01.2014

Andy ist wahrscheinlich lange nicht mehr an seinem Geburtstag um fünf Uhr Morgens aufgestanden und um neun wieder schlafen gegangen. Aber mit einer Geburtstagstorte auf dem Inkatrail hätte er mit Sicherheit auch nie gerechnet. Die kam mit persönlicher Widmung als tolle Überraschung von unseren Trägern. Happy Birthday nochmal!

El Camino Inca - 4 Tage Inkatrail nach Machu Picchu

Dienstag, 14.01.2014

Der erste Schluck Bier ist für die Pachamama. Vielleicht lag es daran, dass wir auf Anweisung unserer Bierverkäuferin am ersten Tag daran gehalten haben ein bisl Bier zu verschütten, dass wir dann so viel Glück mit dem Wetter hatten auf unserer Wanderung auf 600 Jahre alten Pflasterstraßen mit Tausenden, oft kniehohen Stufen nach Machu Picchu. Vier Tage dauert die Wanderung auf dem Inkatrail. Eigentlich ist Regenzeit und es hätte problemlos vier Tage lang durchschiffen können. Aber der Regen kam meist bei Nacht oder wenn wir in einem Zelt saßen und nicht weiter gestört hat.

Während der erste Tag noch aus viel Busfahren und gemütlichem Latschen bestand, forderte der zweite Tag uns alles ab mit dem Aufstieg um 1.200 Höhenmeter bis auf den Dead Woman’s Pass mit 4.215 Metern. Gnädigerweise regnete es den ganzen Tag nicht. Die Aussicht von oben zeigte sich aber eher in Wolken. Es sollte noch einen Tag dauern bis wir das ganze Panorama der umliegenden Berge bewundern konnten. Denn am dritten Tag stoppte der Dauerregen wie per Knopfdruck fünf Minuten nach dem Aufwachen, um sich bis zum Abend wieder nicht mehr einzustellen. Der Tag begann mit spektakulärer Aussicht auf ferne 6.000er und ging weiter mit langen Wanderstunden durch triefenden Nebelwald und entlang mysteriöser alter Inkastätten zum letzten Lager.

Machu Picchu aber lässt doch alle anderen Inkaruinen ziemlich alt aussehen. Nachdem am Morgen noch alles in tiefer Nebelsuppe lag, klarte es im Lauf des Vormittags auf und mit geheimnisvollen Nebelschwaden zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Edgar, unser Guide, erfüllte seine letzte Pflicht mit einer Führung durch die Ruinenstadt. Michi, Markus und ich taten uns nochmal 300 Höhenmeter Stufen an und kraxelten auch noch auf den Wayna Picchu, den Kegelberg, der jedes Postkartenbild von Machu Picchu erst komplett macht. Von oben hatte man eine geniale Aussicht auf die alte Stadt bevor es mit Zug und Bus zurück ging nach Cusco...

Die Bilder gibt's in der Galerie.

Ein Tag in Lima (ist genug)

Mittwoch, 08.01.2014

Lima ist ein unvermeidlicher Zwischenstopp wenn man zu irgendeinem Ort in Peru möchte. Es macht besonders Laune wenn man Abends im Dunkeln am Flughafen ankommt und die erste halbe Stunde nach Ankunft daraus besteht sich mit der Herde Taxifahrer rumzuschlagen, die sich fast um einen prügeln. Wirklich trauen kann man keinem und am Ende ist es eine Wahl zwischen Not und Elend mit der üblichen Portion Landeseintrittsabzocke. Wir fanden dann immerhin einen  offiziell tätigen Fahrer mit Van, um uns in unsere Unterkunft zu bringen, denn zu fünft mit großen Rucksäcken brauchen wir immer ein großes Gefährt oder zwei Taxen. Unser Hostel lag aus praktischen Gründen unweit vom Flughafen, allerdings damit nicht grade im schönsten Viertel Limas. Es hieß „Las Fresas“ – „Die Erdbeeren“, aber die am späten Abend stille Unterkunft und der noch stillere Empfang des wortkargen, schummrigen Empfangs-menschen, vermittelten nicht grade ein Gefühl des Vertrauens. Die Zimmer waren okay, aber besonders  wohl gefühlt haben wir uns alle nicht.

 

Lima selber wird es mit seinen staubigen Vororten und dem großen Armuts-anteil seiner sieben Millionen Einwohner wohl immer schwer haben irgendwelche Herzen zu erobern. Meins hat es schon beim ersten Besuch vor drei Jahren nicht gewinnen können und diesmal war’s nicht anders. Auch die erstaunlich gepflegten Grünanlagen im zwielichtigen Erdbeerhostel-Viertel konnten da nichts retten. Es wird angenehmer, wenn man mal das historische Zentrum im klapprigen Bus erreicht hat. Hier stehen Limas Prunkbauten, blumige Plätze und belebte Einkaufsstraßen. Hier kann man sich treiben lassen durch den peruanischen Alltag. Höhepunkt war für uns eigentlich das 3-Gänge-Menü in einem sehr einheimischen Lokal für umgerechnet nichtmal 2,50 Euro mit einer um uns äußerst bemühten emsigen kleinen Kellnerin.

 

Um noch Limas schicke Seite zu sehen, ging’s im Taxi nach Miraflores, Limas hippes Viertel am Meer. Immerhin ist es den Taxifahrern – anders als in Brasilien – egal wie viele Leute sich auf die Rückbank drängeln. Miraflores ist ein blitzsauberer Kontrast zu den meisten anderen Vierteln Limas mit geschleckten Parks und Szenebars. In einer solchen ging dann auch der Limaausflug zu Ende. Mit diversen Cocktails auf Pisco-Basis. Pisco ist Perus bekanntester Schnaps, gemacht aus weißen Trauben. Der bekannteste Cocktail heißt „Pisco Sour“ und wird unter anderem mit geschlagenem Eiweiß gemacht. Eine feine Sache. Zurück ins Erdbeerhostel ging’s nochmal im Drängeltaxi mit Bad-Boys-Soundtrack. Und am nächsten Morgen direkt weiter per Flugzeug nach Cusco…

Tschüss Brasilien, Hallo Peru!

Montag, 06.01.2014

Brasilien liegt hinter uns und damit Südamerikas größtes Land. Mit Sicherheit ist es auch eines der abwechslungsreichsten denn wir haben schon in der kurzen Zeit dort so einige Facetten Brasiliens kennengelernt. In Rio könnte man wahrscheinlich Jahre damit verbringen immer Neues zu entdecken. Vollgestopft ist Rio mit Händlern, Straßenkünstlern und Menschen aller Kulturen. Es ist immer irgendwo was los, es gibt immer tolle Restaurants und coole Bars. Dem  gegenüber sind Rios soziale Probleme nicht zu ignorieren. Um für die WM und die Olympischen Spiele gewappnet zu sein, wenn die Welt auf Brasilien schauen wird, wurden sehr viele Anstrengungen unternommen, um die Stadt sauberer und sicherer zu machen. Die Armenviertel – die Favelas - wurden befriedet (wie genau will man nicht unbedingt wissen), die Straßen sind sauber und überall schöne Grünanlagen gebaut. Am Ende waren die chaotischen Fahrten in den klapprigen Stadtbussen für uns schon fast genauso Alltag wie das ewige Schlange stehen im Supermarkt. Für alle Anstrengungen entschädigte immer der wunderschöne Blick auf die Stadt. An Rios Kulisse mit grünen Hügeln und blauem Meer kann man sich fast nicht satt sehen.

Die berühmten Strandschönheiten haben wir übrigens seltenst gesehen. Die durchschnittliche Bewohnerin Rios hat viele viele Kilo Übergewicht und verteilt die gleichmäßig in raspelengen Kleidungsstückchen.

Curitiba als gepflegte, moderne Stadt zeigte ein völlig anderes Bild von Brasilien. Hier hatte man nie das Gefühl die Kamera lieber gleich wieder wegpacken zu müssen nach jedem Foto. Für ausländische Touristen ist Curitiba aber bisher kein Ziel. Der halbstündlich zirkulierende Touribus war zwar voll, aber wir die einzigen Nicht-Brasilianer. Vielleicht ändert sich das mit der WM, wo Curitiba auch Austragungsort sein wird.

Nach Besichtigung des Itaipu-Staudamms (des zweitgrößten der Welt inklusive größtem Wasserkraftwerk) und den riesigen Iguassu-Wasserfällen geht die Reise nun weiter im Südamerika der Inka und der Anden. Hola Peru!

Schlemmen in Brasilien

Brasilien ist ein Land der Fleischesser. Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch. Aber es gibt immer reichlich  Beilagen dazu. Brasiliens Nationalgericht heißt „Fajoeira“ und hat seinen Ursprung als Sklaven-Resteessen. Es besteht aus einem dicken Eintopf aus schwarzen Bohnen, Wurst und fetten Fleischbrocken. Dazu gibt es in Butter gebratenes Maniokmehl, grünes Krautzeug, Reis und Orangenscheiben. Heute ist das ein Wochenendessen.

Eine sehr verbreitete Art essen zu gehen ist das „Bufe a quilo“. Da gibt es einfach ein riesiges Buffet. Jeder nimmt was er mag, dann wird gewogen und entsprechend bezahlt. Die Auswahl schwankt zwischen vorbildlich und „der Waaahnsinn“. Es gibt alle möglichen Salate, Gemüsebeilagen, Nudeln, Kartoffeln und Reis in verschiedenen Zubereitungsarten, Fleischeintöpfe, Braten bis hin zu Sushi. Viele der Speisen sind einigermaßen vertraut und europäisch (zum Beispiel gibt’s immer Kartoffelpüree), andere sind landestypisch mit schwarzen Bohnen, fett Fleisch und Würsten. An den Nachspeisen in Form von klebrigen Kuchen und frischem Obst in reichlicher Auswahl kommt man auch kaum vorbei.

Oft sind die Buffets kombiniert mit einem Churrasco-Grill. Dabei werden verschiedenste Fleischstücke immer von außen gewürzt und am Spieß gegrillt. Ein fixer Kellner gibt einem die verschiedenen Sorten zur Auswahl und säbelt dann so viele dünne Scheiben runter wie man mag. Das Fleisch ist supergut.

Am tollsten ist das ganze als „Rodizio“. Da kommt dann das Fleisch direkt an den Tisch, gebracht von einem Heer schicker Kellner, die um die mindestens zehn verschiedene Spieße rumtragen und einem runterschneiden bis man wirklich nicht mehr kann. Fleischliebhaber kriegen sich dabei mitunter gar nicht mehr ein vor Freude. Tja, morgen geht’s weiter nach Peru. Ab dann gibt’s nur noch Mais und Meerschweinchen…

Réveillon 2014 - Silvester in Rio

Mittwoch, 01. Januar 2014

Was für ein Start ins neue Jahr! Rio de Janeiro feiert am 31. Dezember nicht nur Silvester (die „Réveillon“), sondern gleichzeitig noch die Festa de lemanjá, eine Feier zu Ehren der Meeresgöttin lemanjá . Für sie werden Blumen ins Meer geworfen in der Hoffnung, dass sie auf’s Meer hinaus treiben. Das soll Glück bringen. Die Réveillon ist nach dem Karneval das wichtigste Großereignis Rios. Die Copacabana ist eine einzige riesige Partymeile, drei Millionen Menschen feiern. Und wir waren mittendrin!

 

Um zur Copacabana hinzukommen, gibt es bis zwei Tage vor der Feier, einen Vorverkauf für Metrokarten. Die gelten dann für genau eine Stunde, man kann also zum Beispiel zwischen 20 und 21 Uhr hinfahren. Bei uns hatte das Hostel für alle seine Gäste Metrotickets organisiert. Ab sieben gab es Caipis auf der Dachterrasse mit chilliger Musik und schönem Blick auf das nächtliche Rio, dann wurden alle per Minivan zur Metrostation gebracht. Die Metro war wirklich gestopft voll, „unser“ Largo do Marchado-Platz war ja leider nicht die erste Station sondern es war schon halb Rio eingesammelt worden. Nach zwanzig Minuten Einkeilung zwischen irgendwelchen dicken Leuten (von denen es viele gibt in Rio) spülte uns der Menschenstrom
dann mit nach draußen und durch die Straßen Richtung Copacabana. Wir Mädels  kauften noch je eine Gladiole für die Meeresgöttin. Übrigens waren wir alle im weißen Shirt unterwegs, das Weiß gehört ebenfalls zum Brauch.

 

Am Strand war dann wirklich alles voll mit Leuten, allerdings noch so dass man sich fortbewegen und auch ein Plätzchen für sich finden konnte. Die speckigen Familien an ihren unzähligen Ständen mixten verrückte Caipis mit fatalem Cachaça-Anteil und es gab Popcorn in süß und salzig. Wir suchten uns dann nah an den Wellen ein Plätzchen aus für die letzte
Stunde des Jahres. Um Mitternacht gab es dann den absoluten Höhepunkt: Das Feuerwerk! Zehn Boote waren vor der Copacabana aufgereiht und kloppten so viel Zeug in den Himmel, dass es bis zum Strand rüber nach Schwefel stank. Das war echt schwer beeindruckend. Janine und ich warfen dann noch unsere Blumen ins Meer. Ich glaub die Blumen haben’s geschafft und treiben jetzt irgendwo im Atlantik rum.

 

Für den Heimweg brauchten wir ganze drei Stunden. Busse fahren kaum und ein Taxi zu kriegen ist aussichtslos. Irgendwie schafften wir es per pedes, per Bus und per Minivan. Vergleichsweise waren wir wohl schnell.

 

Übrigens noch eine Notiz am Rande: Wir wurden alle nicht beklaut. Wir hatten außer einem kleinen Fotoapparat und den nötigen Caipi-Finanzen ohnehin nix dabei, es kam aber auch nix abhanden. Das ist sehr erwähnenswert, denn aus dem Hostel vermissten um die zehn Leute am nächsten Morgen Geld, Handys und Kameras. Ein Typ stand wohl am Morgen vor dem Tor und
hatte nix mehr als seine Unterhose. Der war wohl baden und hatte alles am Strand liegen lassen. Das muss man auch erstmal hinkriegen…

 

Wir wünschen Euch allen daheim und sonstwo in der Welt ein tolles Jahr 2014!!!

 

Kommt gut ins neue Jahr...

Dienstag, 31. Dezember 2013

... wir machen uns dann mal auf zur Copacabana und werden heute Nacht nicht erreichbar sein. Kommt gut ins neue Jahr! Wir folgen euch drei Stunden später!

 

Michi, Markus, Andi, Janine und Constanze

Touri-Rio Teil 2: O Pao de Acucar

Dienstag, 31. Dezember 2013 



Der berühmte Zuckerhut, einer der markantesten Granitbobbel der Welt, ist ein noch wesentlich begehrteres Touristenziel in Rio als die Jesusstatue oben auf dem Corcovado. Das war unser Fazit gestern, als am späten Vormittag die nicht enden wollende Warteschlange für die Gondel nach oben uns schon beim ersten Blick zur Entscheidung brachte, den Besuch noch einmal zu verschieben. Heute waren wir schlauer, quälten uns um sechs aus den Federn und waren bereits 20 Minuten vor Öffnung der Gondelstation am Zuckerhut. Die einzigen waren wir trotzdem nicht, aber die Schlange der bereits wartenden mehreren Hundert Leute rückte dann schneller durch als erwartet. Die Gondelanlage wurde übrigens von einem Schweizer Unternehmen gebaut, macht ein gutes Gefühl :-).

Der Blick vom Zuckerhut runter auf alle Hügel, Strände und Häfen von Rio und Niteroi lohnte das frühe Aufstehen und ist definitiv nochmal um einiges besser als vom Jesus. Also falls Ihr mal nach Rio kommt - unbedingt machen!

Die echte Caipirinha

Sonntag, 29. Dezember 2013

Die Caipirinha ist in Rio überall zu haben. Hier die wichtigsten Fakten zum Original:

- Brauner Zucker wird hier nicht benutzt, sondern normaler weißer Zucker (so ungefähr zwei gehäufte Esslöffel für ein Glas).

- Das bei uns gebräuchliche Caipi-Glas gibt's hier nirgends. Ist wohl eine Erfindung von Pitú, dem bei uns ja praktisch einzigen bekannten Anbieter von Cachaca-Zuckerrohrschnaps.

- Das Eis ist nie gecrusht, sondern es sind immer normale Eiswürfel drin.

- Irgendwelche Mixturen mit Wodka oder anderen Schnäpsen als Cachaca will hier niemand haben. Stattdessen gibt's aber viele Varianten mit Säften wie zum Beispiel Maracuja. 

 

Fazit: Schmeckt wirklich großartig! Gestern haben wir ziemlich zufällig Rios besten Caipi gefunden. Und der wurde seinem Titel wirklich gerecht.

Grünes Rio

Sonntag, 29. Dezember 2013 



Vier studierte Landschaftsgärtner waren heute in Rios Botanischem Garten unterwegs. Leider haben alle nix dazu gelernt :-).

Das liegt vor allem daran dass der viel gelobte Botanische Garten von Rio de Janeiro fast keinen Informationsgehalt hat. Erklärende Schilder gibt's kaum, besondere Bäume oder Pflanzen auch nicht, der Rosengarten war praktisch nicht existent und das Orchideenhaus war wegen Restauration geschlossen. Insgesamt gesehen war es eher ein Spaziergang durch einen großen Park.

Als viel schöner und interessanter erwies sich der Parque Lage, der nur einen Kilometer vom Botanischen Garten entfernt liegt. Die Vegetation ist wilder und ein paar Grotten, eingemauerte Aquarien und Märchentürmchen machen den viel spannender... vor allem wenn man vorher bei 38 Grad zwei gute Caipis geschlürft hat...

Geburtstagskind Teil 1: Markus wird 29!

Samstag 28. Dezember 2013

Wir gratulieren heute Markus zum letzen 20er! Reinfeiern mit Caipi in Rio und dann ein Besuch bei einem der sieben neuen Weltwunder ist bestimmt nicht der schlechteste Geburtstag. Darauf ein Skype-Prost mit der Geburtstagsgesellschaft daheim in Albstadt-Lautlingen.

Touri-Rio Teil 1: O Cristo Redentor

Samstag, 28. Dezember 2013 



Weltberühmte Sehenswürdigkeiten sind immer eine zweischneidige Sache. Man weiß dass man die nicht für sich haben wird und dass dadurch meistens die Begeisterung getrübt wird, aber in Rio gewesen zu sein ohne die Jesus-Statue besucht zu haben, ist irgendwie auch nicht vertretbar. Diese Idee hatten denn heute auch nicht nur wir, sondern gefühlte drei Millionen andere Leute haben sich auch gedacht, dass es bei 35 Grad im Schatten bestimmt nix schöneres gibt als dem 30 Meter hohen Betonjesus auf seinem 710 Meter hohen Berg im Tijuca-Regenwald einen Besuch abzustatten. Die Aussicht von oben ist tatsächlich schwer zu toppen. Keine Stadt der Welt liegt schöner als Rio mit seinen Buchten und Granitkegeln und Wäldern. Beim Handling von Besucherströmen zeigen die Brasilianer aber kein großes Organisationstalent (man darf gespannt sein auf die WM). Die Menschenschlangen für die Minibusse sowohl nach oben als auch nach unten stauen sich genauso wie die Minibusse selbst. Einzige Alternative zum Minibus ist übrigens der Weg zu Fuß entlang der Serpentinen, auf denen die Minibusse langbrezeln. Nur was für ganz Lebensmüde. Oben gibt's für die Wartenden weder ein Dach noch Bäume als Schattenspender. Entsprechend war der Tag heute besonders erfolgreich für eine findige Berufsgruppe: die Verkäufer der Jesus-Zuckerhut-Maracana-Sonnenschirme. 

Angekommen!

Freitag, 27. Dezember 2013
 
Wir haben's geschafft: alle fünf nach Rio und erfolgreich ins selbe Hostel! Michi und ich sind schon morgens um 6:40 Uhr gelandet. Aus Mangel an einem beziehbaren Zimmer bestand der erste Zeitvertreib morgens um neun aus einem Bier auf der Dachterrasse. Die war auch der Grund das Hostel auszuwählen. Die Casa 579 ist bisl weg vom Schuss aber hat dafür einen dekadenten Blick auf sowohl den Zuckerhut als auch die Jesusstatue. Der Rest der Gang hat uns dann am späten Nachmittag nach strapaziöser Anreise aus Buenos Aires dort vorgefunden. Das Hostel ist eine umgebaute alte Villa.

Hauptansprechpartner hier ist Dän aus Norwegen, ein nicht mehr ganz 20jähriger Teilzeitaussteiger im Langzeitaussteiger-used-look, der nach drei Monaten Hostel-Verwaltung hier heimkehren muss zu seinem eigentlichen Job... als Fechtlehrer...

 

Blick von der Dachterrasse

Ab nach Südamerika!

Montag, 23. Dezember 2013
 

Am 26. Dezember ist Abflug. Erste Station Rio de Janeiro. Wir freuen uns wenn Ihr uns ein bisl begleitet und ab und zu reinschaut wo wir uns grade rumtreiben!

 

Michi und Constanze

Rio de Janeiro - So sah es vor drei Jahren aus. Ich vermute das ist immernoch so :-)
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© C.Ließ